US-Zoll: Deutlicher Anstieg bei Fälschungsaufgriffen 2025

Die Zoll- und Grenzschutzbehörde des US-Heimatschutzministeriums, U.S. Customs and Border Protection (CBP), beschlagnahmte nach eigenen Angaben etwa 78,4 Millionen Fälschungen und andere schutzrechtsverletzende Waren in ihrem Geschäftsjahr 2025. Dabei zeigt sich ein rasanter Anstieg im Vergleich zum Vorjahr (ca. 32,3 Millionen Waren), als noch weniger als die Hälfte an Waren beschlagnahmt worden waren. Auch der Gesamtwert der sichergestellten Waren – gemessen an der unverbindlichen Preisempfehlung der Originalprodukte (Manufacturer's Suggested Retail Price, MSRP) – stieg stark an und erreichte 2025 rund 7,4 Milliarden US-Dollar (umgerechnet ca. 6,37 Milliarden Euro), von zuvor noch rund 5,4 Milliarden US-Dollar (ca. 4,65 Milliarden Euro). Das geht aus dem diesjährigen CBP-Bericht Intellectual Property Rights Seizure Statistics hervor.
China und Hongkong bleiben Hauptursprungsländer
Rund 67 % der beschlagnahmten Warenmenge stammte demnach aus China und der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong. Bei der Anzahl an abgefangenen Waren lag China mit rund 39,9 Millionen Einheiten vorn, gefolgt von Vietnam (ca. 22,9 Millionen) und Hongkong (ca. 12,2 Millionen). Zudem schafften es Südkorea (rund 0,9 Millionen) und Indien (ca. 0,7 Millionen) unter die Top-5-Länder.
Betrachtet man den Warenwert, lag ebenfalls China mit rund 5,16 Milliarden US-Dollar vorn, deutlich vor Hongkong (ca. 1,28 Milliarden US-Dollar). In den Top-5-Plätzen folgen Kolumbien (ca. 116,1 Millionen US-Dollar), Südkorea (ca. 105,6 Millionen US-Dollar) sowie Vietnam (ca. 54,9 Millionen US-Dollar).
Schmuck und Uhren dominieren beim Warenwert
Beim Blick auf einzelne Produktkategorien fällt zunächst vor allem der Bereich Schmuck auf, der die Liste der am meisten betroffenen Produkte nach Warenwert anführt mit rund 3,23 Milliarden US-Dollar. Auf der Rangliste folgen anschließend weitere Mode- und Luxuswaren mit Uhren (ca. 1,45 Milliarden US-Dollar) sowie Taschen/Portemonnaies (ca. 978,2 Millionen US-Dollar). In den Top-5 folgen Verpackungen (ca. 188,5 Millionen US-Dollar) und Unterhaltungselektronik (ca. 182,0 Millionen US-Dollar).
Verschiebung zur Seefracht nach Aussetzung der De-minimis-Regelung
Dabei entfielen im CBP-Geschäftsjahr 2025 rund 62 % der Aufgriffe auf den Bereich Seefracht (Commercial Vessel Environment) – ein deutlicher Wandel gegenüber früheren Jahren, in denen vor allem geringerwertige De-minimis-Sendungen betroffen waren.
Laut CBP hängt diese Verschiebung vermutlich mit der Aussetzung der De-minimis-Regelung zusammen, die im Mai 2025 zunächst für Sendungen aus China und Hongkong galt und im August 2025 auf alle Länder ausgeweitet wurde. Da die Zollbefreiung für Kleinsendungen nicht mehr greife, begännen Fälscher, auf Containerfracht auszuweichen. Nach Warenwert führte trotz geringerer Menge der Expresskurierbereich mit rund 3,70 Milliarden US-Dollar vor der Seefracht (ca. 2,10 Milliarden US-Dollar). Auf Platz drei folgt Luftfracht mit rund 1,28 Milliarden US-Dollar.
Quellen: U.S. Customs and Border Protection (CBP), Intellectual Property Rights Seizure Statistics - Fiscal Year 2025 | Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst



