Zoll stellt Zehntausende Parfümflakons sicher

Den richtigen Riecher zeigten Zollfahnder in Nordrhein-Westfalen, die bei einer Razzia in Mönchengladbach mehr als 34.000 mutmaßlich gefälschte Parfümflakons beschlagnahmten.

Zoll durchsucht Lagerhalle in der Mönchengladbacher Innenstadt

Nach umfangreichen Ermittlungsarbeiten führten Einsatzkräfte des Hauptzollamts Krefeld im Juni 2026 eine Razzia in einer Lagerhalle in der Innenstadt von Mönchengladbach durch. Insgesamt stellten die Fahnder dabei rund 34.000 Parfümflakons sicher. Die Waren stehen im Verdacht, Markenrechte bekannter Hersteller zu verletzen, und weisen nach Angaben der Behörden deutliche Fälschungshinweise auf. Die weiteren Ermittlungen des Hauptzollamts Krefeld dauern laut Mitteilung an.

Stefan Thoeren, Pressesprecher des Hauptzollamts Krefeld, ordnete die Maßnahme auch gesundheitspolitisch ein: „Gerade bei gefälschten Kosmetik- und Parfümerzeugnissen können unbekannte Inhaltsstoffe ein erhebliches – auch gesundheitliches – Risiko darstellen. Deshalb ist die Bekämpfung von Produktpiraterie auch aktiver Verbraucherschutz.“

Aktion folgt auf spektakuläre ähnliche Fälle in Deutschland und Europa

Der Fund in Nordrhein-Westfalen reiht sich in eine Serie bemerkenswerter Beschlagnahmungen gefälschter Parfüms ein. Erst wenige Monate zuvor hatte ein riesiger Fund gefälschter Waren in Stralsund (wir berichteten im SCRIBOS-Blog) für Aufmerksamkeit gesorgt. Bei der Aktion, die sich bereits im September 2025 ereignete, stellten die Zollbeamten unter anderem rund 21.500 gefälschte Parfümflakons sicher.

Im Januar und Februar 2026 hatten zudem spanische und französische Behörden in Katalonien die nach eigener Einschätzung bislang größte Parfüm-Fälscherfabrik Europas zerschlagen: In einer gemeinsamen Operation der spanischen Steuerbehörde (Agència Tributària), der katalonischen Polizei Mossos d’Esquadra und dem französischen Zoll wurden rund 1,2 Millionen gefälschte Parfüms sowie umfangreiches Produktionsmaterial sichergestellt, der Marktwert der Waren wurde auf über 94 Millionen Euro taxiert. Die Aktionen verdeutlichen die große Bedeutung von Markenschutz in den Kosmetik- und Luxusgüter-Branchen.


Quellen: Hauptzollamt Krefeld | Artikel in Kooperation mit dem Anti-Piracy Analyst

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